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Vom Förderverein Mahnmal Billerbeck zur Wolfgang Suwelack-Stiftung

Im September 1999 begründete sich unter dem Vorsitz von Wolfgang Suwelack der gemeinnützige Förderverein Mahnmal Billerbeck e.V. Der Hauptzweck des Vereins ist laut Satzung „die ideelle und finanzielle Förderung von unabhängigen und überparteilichen Bestrebungen der Billerbecker Bürger, Firmen und Institutionen, das denkmalgeschützte Kriegerehrenmal zu restaurieren.“ Die Aktivitäten des Vereins erstreckten sich auf

  • die Weiterentwicklung des „Kriegerehrenmals“ zu einem „Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in Billerbeck“ (s. Mahnmal),
  • die Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft „Spuren finden“ der Realschule Billerbeck, die sich um das Erinnern an Billerbecker Holocaust-Opfer kümmert (s. Spuren finden 2002/03), und
  • die Herausgabe des historischen Lesebuchs „Zersplitterte Sterne“ von Veronika Meyer-Ravenstein, das Erinnerungen an jüdische Familien aus Billerbeck zusammengetragen hat (s. Zersplitterte Sterne).

Förderung von Kultur ist mitunter kostenintensiv. Der Förderverein investierte in den Jahren 1999 bis 2003 nicht unerhebliche Beträge in die Arbeit von Künstlern, Wissenschaftlern und Handwerkern und unterstützte zugleich engagierte Schüler und Lehrer sowie Studenten.

Der Verein schrieb zuerst einen künstlerischen Ideenwettbewerb aus, der neben der Restaurierung des „Kriegerehrenmals“ auch eine Weiterentwicklung des Denkmals und damit eine Modernisierung der Gedenkkultur in Billerbeck ermöglichen sollte. Für den Ideenwettbewerb im Jahr 1999 investierte der Verein ca. 20.000 DM. Der 1. Preis war mit 7.500 DM dotiert, der 2. Preis mit 5.000 DM und der 3. Preis mit 1.500 DM.

Die Havixbecker Künstler Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt gewannen den Wettbewerb und realisierten ihren Vorschlag, aus dem „Kriegerehrenmal“ eine „Kapelle der Friedfertigkeit“ werden zu lassen. Für die Restaurierung des Denkmals, die künstlerische Umgestaltung und die Herausgabe des Begleitbuches in den Jahren 2000 und 2001 wendete der Verein ca. 70.000 DM auf.

Zur Gesamtkonzeption gehört auch die Einführung eines neuen Gedenkrituals. Für die Komposition eines Musikstücks durch den Kölner Komponisten Friedrich Jaecker und die Uraufführung am 22. Oktober 2000 entstanden Kosten von ca. 2.000 DM. Die regelmäßigen Aufführungen am Sonntag, häufig von Musikstudenten und Musikschülern vorgetragen, finanziert der Förderverein.

Im November 2002 übergab der Förderverein der Billerbecker Öffentlichkeit die neue Gedenktafel, die nun neben dem Denkmal steht. Im September 2002 konnte das Buch „Zersplitterte Sterne“ von Veronika Meyer-Ravenstein präsentiert werden. Die Kosten für beide Projekte beliefen sich auf ca. 90.000 Euro.

In den Jahren 2002 und 2003 finanzierte der Verein zudem die Restaurierung des Grabsteins der Familie Albersheim auf dem jüdischen Friedhof in Billerbeck und die Veröffentlichung von Gedenkanzeigen an die deportierten und ermordeten Kinder Eva und Rolf-Dieter Eichenwald im „Billerbecker Anzeiger“. Zugleich unterstützte der Förderverein die Erarbeitung und Präsentation der Gedenkblätter an die Geschwister Eichenwald durch die Arbeitsgruppe „Spuren finden“ der Realschule Billerbeck.

Die neugegründete Wolfgang Suwelack-Stiftung knüpft in seinem Förderschwerpunkt Gedenkkultur und Erinnerungsarbeit an das Engagement des Fördervereins Mahnmal Billerbeck an, setzt es fort und weitet es aus. Es werden in Zukunft neue Vorhaben gefördert, die sich auf die Stadt Billerbeck beziehen. Nicht zuletzt sollen aber gerade auch Projekte und Initiativen gefördert werden, die sich um die Grundlegung und Entwicklung der Gedenkkultur in den Dörfern und Städten des Münsterlandes bemühen. Mit der Gründung der Stiftung versucht Wolfgang Suwelack, seinem persönlichen Anliegen, Gedenkkultur und Friedensarbeit miteinander zu verbinden und zu fördern, eine institutionelle Kontinuität und finanzielle Basis in Gegenwart und Zukunft zu sichern.