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Förderung der Gedenkkultur und Erinnerungsarbeit

Es klingt paradox, kennzeichnet aber in charakteristischer Weise die Entwicklung und Gegenwart der Geschichtspolitik in der Bundesrepublik: Je vergangener die Geschichte, desto intensiver die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus. Die in einem vielfachen Sinn anstößige Geschichte des Nationalsozialismus erfährt eine Beachtung in der Öffentlichkeit und Vielfalt in der Medialisierung wie noch nie zuvor. Diese Zeit gehört allen, den Historikern und Politikern, den Journalisten und Pädagogen, dem Theater und Museum, dem Fernsehen und Internet. Diese Zeit gehört nicht zuletzt den Zeitzeugen, seien es Opfer oder Täter, Mitläufer oder Opponenten, und deren Nachkommen, bis inzwischen in die dritte Generation hinein.

Aber wie soll der Nationalsozialismus erinnert werden, wie soll der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht werden? Wie schließt sich die Kluft zwischen privatem und familiärem Gedächtnis auf der einen und öffentlichem und politisch korrektem Umgang mit dem Nationalsozialismus auf der anderen Seite? Wie gehen wir mit den Opfer- und Tätererinnerungen um? Eines ist klar: Die grundlegenden Fragen nach Verantwortung und Kausalität, nach Ursachen und Folgen, nach Herkünften und Nachwirkungen des Nationalsozialismus bleiben bestehen und werden immer wieder gestellt. Die ernstgemeinten Antworten werden ausgearbeiteter und vielfältiger, ob sie sich in gewohnten, traditionellen Formen präsentieren oder in überraschenden, neuen Ausprägungen manifestieren. Die großen Fragen – Wie konnte das geschehen? Warum taten Menschen so etwas? – erfordern kleingearbeitete Antworten, bezogen auf Personen und Familien, Orte und Regionen.

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, des Zweiten Weltkriegs und des Massenmords an Minderheiten und Randgruppen in ganz Europa tragen wir die Verantwortung für das Erinnern und Gedenken an den Zivilisationsbruch der Jahre 1933-1945. Ob der Staat im Allgemeinen und die Kommunen im Besonderen, ob die offizielle Geschichtspolitik diese Verpflichtung bislang angemessen erfüllt hat, darüber läßt sich trefflich streiten, zumal sich mit der Teilung Deutschlands zwei sehr unterschiedliche Geschichtspolitiken in Ost und West entwickelten. Die deutsche Einheit nach 1989 hat die Problematik des Gedenkens neu akzentuiert: Das Verhältnis der Opfer der nationalsozialistischen Diktatur und die Verfolgten des DDR-Regimes muss historisch-politisch angemessen austariert werden.

 

Es ist das Anliegen der Wolfgang Suwelack-Stiftung, die dauerhafte wie sich wandelnde Verantwortung für das Gedenken und Erinnern zu fördern, vor Ort in den Gemeinden und in der Region des Münsterlandes.

Die Stiftung möchte zum einen das mahnende Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft des 20. Jahrhunderts in und aus Billerbeck sowie die historisch-politische Aufarbeitung der Epoche von Krieg und Diktatur des Nationalsozialismus in Billerbeck fördern. 

Die Stiftung möchte zum anderen Initiativen unterstützen, die sich in den Dörfern und Städten des Münsterlandes gebildet haben, um das lokale Bewußtsein für die Vergangenheitsaufarbeitung und deren historisch-politische Bedeutung für die lokale Gedenkkultur in der Gegenwart zu schärfen.

Die Stiftung möchte damit das selbsttätige und selbstorganisierte Engagment all jener Bürger unterstützen, die mit Augenmaß und Ausdauer Eigenverantwortung für das Gedenken und Erinnern in ihrem lokalen Umfeld übernehmen. Die Stiftung leistet mit der Förderung der Selbstverantwortung der Gesellschaft für die Vergangenheitsaufarbeitung nicht nur einen Beitrag zum bürgerschaftlichen Engagement, sondern auch zur zivilgesellschaftlichen Fortentwicklung der Bundesrepublik. Vor allem werden solche Projekte und Vorhaben bezuschusst, in denen Kinder und Jugendliche, Schüler und Studenten die Gedenkkultur bereichern und die Erinnerungsarbeit fortführen.

Wer sich für die Unterstützung der Wolfgang Suwelack-Stiftung interessiert, kann sich auf der Seite Förderrichtlinien und Antragsverfahren informieren.