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Förderung von Friedensarbeit und Menschenrechtserziehung

„Die Welt ist in neuer Weise über Krieg und Frieden zerstritten.“ So beginnt das renommierte „Friedensgutachten“ für das Jahr 2003. Gut 15 Jahre nach dem Ende des Ost-West-Konflikts haben sich die machtpolitischen Auseinandersetzungen verschärft; neue Bedrohungen und die Reaktionen hierauf stellen die etablierte Ordnungspolitik in Frage. Terroristische Netzwerke und Präventivkriege gegen Diktatoren mit Massenvernichtungswaffen nehmen wenig Rücksicht auf Völkerrecht und Menschenrechts-Charta. Zudem gefährden zwischen- und innerstaatliche Konflikte weiterhin das Ziel einer neuen Weltordnung, die Sicherheit, Entwicklung und Demokratie ermöglichen soll.

Nicht nur außenpolitisch in der sich globalisierenden Welt, sondern auch innenpolitisch steht die deutsche und europäische Zivilgesellschaft vor großen Herausforderungen. Die Gefahr droht in erster Linie von jenen, die die Grundlagen der Bürgergesellschaft in Frage stellen oder gar bekämpfen. Das Risiko erhöht sich aber auch durch jene, die in der Gesellschaft diesen Gefährdungen gleichgültig gegenüberstehen und in der Politik nicht oder unzureichend handeln. Die Einstellungen und Handlungen, die sich gegen die Bürgergesellschaft und ihr Wertegefüge richten, treten in unterschiedlichem Gewande auf: als Antisemitismus und Rassismus, als Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass, als Fundamentalismus ideologischer, religiöser und kultureller Herkunft.

Der Kern der rechtsextremistischen Gesinnung besteht in der Annahme, dass Unterschiede zwischen Menschen Ungleichwertigkeiten und somit soziale und individuelle Über- bzw. Unterlegenheit begründen. Im schlimmsten Fall äußert sich Rechtsextremismus in verbaler Aggression und körperlicher Gewalt gegen Minderheiten und Randgruppen. Zu Opfern rechtsextremer Gewalt werden nicht nur Juden und Ausländer, Migranten und Asylanten, sondern auch Obdachlose, Behinderte und Homosexuelle. Der identitätsstiftende Rückgriff auf die Ideologie und Politik der nationalsozialistischen Unrechts- und Gewaltherrschaft ist gerade in Deutschland eine schwere Belastung für das zivile Zusammenleben und die gesellschaftlichen Integration.

Reichweite und Gültigkeit der Menschenrechte sind in der Gegenwart nicht unumstritten, nicht nur in zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen, sondern gerade auch in innergesellschaftlichen Konflikten. Frieden durch Menschenrechtsschutz lautet die allgemeine Hoffnung. Die Werte der Bürgergesellschaft gilt es zu schützen und die individuellen Menschenrechte durchzusetzen. Demokratie und Pluralismus, Frieden und Freiheit müssen eingeübt und gepflegt werden, nicht nur aus historischer Erfahrung, sondern vor allem aus politischer Selbstachtung. Eine bürgergesellschaftliche Haltung, die selbstkritisch auf die Gegenwart und selbstbewusst auf die Zukunft gerichtet ist, bedarf nicht mehr nur des Verweises auf die Vergangenheit, auch wenn sie sich gerne des historischen Arguments bedient.

 

Es ist das Anliegen der Wolfgang Suwelack-Stiftung, den drohenden Beeinträchtigungen und beunruhigenden Herausforderungen der Zivilgesellschaft entgegenzuwirken und vorzubeugen. Die Stiftung möchte Vorhaben und Initiativen vor Ort in den Gemeinden und in der Region des Münsterlandes unterstützen, die einen Beitrag dazu leisten, dass sich in der Bürgergesellschaft eine „Erziehung zur Friedfertigkeit“ (peace education) entfalten kann. Die Förderungsaktivitäten der Stiftung orientieren sich an den Erkenntnissen der aktuellen Friedenspädagogik, Konfliktforschung und Menschenrechtserziehung.

Die Stiftung möchte das selbsttätige und selbstorganisierte Engagment all jener Bürger unterstützen, die mit Zivilcourage und Ausdauer Eigenverantwortung für Friedensarbeit und Menschenrechtserziehung in ihrem lokalen Umfeld übernehmen. Die Stiftung leistet mit der Förderung der Selbstverantwortung der Gesellschaft für Friedensarbeit und Menschenrechtserziehung nicht nur einen Beitrag zum bürgerschaftlichen Engagement, sondern auch zur zivilgesellschaftlichen Fortentwicklung der Bundesrepublik. Vor allem werden solche Projekte und Vorhaben bezuschusst, in denen Kinder und Jugendliche, Schüler und Studenten die innergesellschaftliche Friedensarbeit bereichern und die zivilgesellschaftliche Freiheitskultur erweitern.

Wer sich für die Unterstützung der Wolfgang Suwelack-Stiftung interessiert, kann sich auf der Seite Förderrichtlinien und Antragsverfahren informieren.