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Historisches Lesebuch „Zersplitterte Sterne“ von Veronika Meyer-Ravenstein:

Erinnerungen an jüdische Familien in Billerbeck in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Im Jahr 2002 beging Billerbeck ein rundes Stadtjubiläum – 700 Jahre Stadtrechte. Der Rückblick auf die „wechselvolle Stadtgeschichte“ (Bürgermeister Harald Koch) fiel mehr als bescheiden aus: Die offizielle, knapp 30 Seiten starke Festschrift zum Stadtjubiläum legt ihren Schwerpunkt auf die mittelalterliche Stadtgeschichte. In dem kurzen geschichtlichen Abriss wird das 20. Jahrhundert auf nicht einmal einer halben Seite abgehandelt. Die „Hitlerdiktatur“ und der „Zweite Weltkrieg“ werden nur mit eben diesen Wörtern bedacht, die Shoah nicht einmal erwähnt!

Der Förderverein Mahnmal Billerbeck leistete seinen eigenen Beitrag zum Stadtjubiläum. Der Verein beauftragte die Journalistin Veronika Meyer-Ravenstein (Coesfeld), die Erinnerungen an die jüdische Familien in Billerbeck in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu sammeln und darzustellen. Das historische Lesebuch konnte im September 2002 der Öffentlichkeit vorgestellt werden – ganz bewusst in der Festwoche zur 700-Jahrfeier der Stadt, um damit anzuzeigen, dass auch diese Epoche zur Stadtgeschichte gehört. Noch steht Billerbeck erst am Anfang der Selbstaufklärung über die Zeit des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und der Shaoh. Das Erinnerungsbuch hat einen ersten Impuls gegeben, sich diesen vergessenen und verschwiegenen Kapiteln der Stadtgeschichte, die ja bis in die Gegenwart in vielfältiger Weise nachwirken, zuzuwenden.

„Zersplitterte Sterne“ versammelt Erinnerungen und Aussagen von Zeitzeugen, von Nachbarn und Bekannten, die über ihre Beziehungen zu den jüdischen Familien sprechen, die sich an den gewöhnlichen Alltag des Zusammenlebens der christlichen und jüdischen Einwohner erinnern. „Zersplitterte Sterne“ dokumentiert auch die Aussagen der Zeitzeugen, die die Verfolgung in der Shoah überlebt haben. Besonders eindrucksvoll sind die Auskünfte und Reflexionen von Anna Uhlmann, geborene Albersheim, die 1910 in Billerbeck geboren wurde und heute in der Nähe von Chicago lebt.

Interessant sind die vielen dokumentierten Briefwechsel von Billerbecker Juden mit Billerbeckern vor und nach 1945. Den Abschluss bildet ein jüdisches Familienlexikon: Über Generationen hinweg werden die Familiengeschichten und die Beziehungen der Familien untereinander nachgezeichnet, ihre Billerbecker Wohnhäuser und ihre Schicksale im und nach dem Holocaust dokumentiert. Nicht zu vergessen: die vorzügliche und reiche Bebilderung, die die Menschen, die Einzelpersonen und Familien, in Erinnerung ruft bzw. – bei den Nachgeborenen – dem kollektiven Gedächtnis hinzufügt.


Das Inhaltsverzeichnis von „Zersplitterte Sterne“ kann heruntergeladen werden:

Eine ausführliche Besprechung des Buches, veröffentlicht von Dorothea Roters (Rosendahl) im Jahrbuch Westfalen (Jg. 2004, S. 194-199), kann heruntergeladen werden: