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Schüler auf Spurensuche

Studienfahrt Krakau / Auschwitz

BILLERBECK. Finanziell unter­stützt durch die Suwelack­ Stiftung reisten 51 Schüler der Geschwister-Eichen­wald-Schule nach Polen, um dort die Geschichte des Ho­locaust zu studieren. Wäh­rend sie in Krakau wohnten und diese schöne Stadt bei bestem Wetter besichtigten, war das Ziel dieser ge­schichtlichen Studienfahrt unter der Leitung von Frau­ke Schmauß und Ulrike Schulte-Vorwick die Ausei­nandersetzung mit der Ge­schichte des Holocausts während der deutschen Be­setzung Polens. So besuch­ten die Schüler an einem Tag die historischen Stätten des Filmes „Schindlers Liste“: das 1941 entstandene jüdische Ghetto, das ehemalige Konzentrationslager Plaszow sowie das Museum in der ehemaligen Fabrik Schindlers. An einem anderen Tag fuhren sie zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, wo Mitarbeiterinnen die Schüler durch das ehemalige deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager führten und ihnen anhand vieler Einzelschicksale die unfassbaren Grausamkeiten des Holocausts erläuterten. Dabei wurde diese Studienreise zugleich eine Spurensuche zum Schicksal der Billerbecker Familie Eichenwald: Denn im „Buch der Namen“, in dem alle Opfer des Nationalsozialismus verzeichnet sind, fanden die Schüler auch die Namen und Sterbeorte der Kinder Rolf-Dieter und Eva sowie ihrer Mutter Ruth Eichenwald. Über ihre vielen Eindrücke verfassen die Schüler zurzeit eine Dokumentationsschrift, die noch vor den Sommerferien erscheinen soll.

Quelle: Westfälische Nachrichten, Di. 05.06.2018

Gegen Vergessen – für Erinnern – Zukunft gestalten

 

Viele Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Eichenwald-Schule reisten nach Krakau und Auschwitz, um sich auf Spurensuche der Billerbecker Geschwister Rolf­Dieter und Eva Eichenwald zu begeben.

 

Auschwitz als Tatort der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und als Gedenkort der Shoah ist zu einem festen Begriff der Erinnerungskultur des Münsterlandes geworden, besonders auch in Billerbeck.

 

Gerne hat die Wolfgang Suwelack-Stiftung wieder diese Studienfahrt finanziell unterstützt, um den Schülern die Auseinandersetzung mit der Geschichte zu ermöglichen. Wir freuen uns über das Engagement der Geschwister-Eichenwald-Schul§ und danken insbesondere Frau Schmauß und Frau Schulte-Vorwick für ihren Ein sowie die hervorragende Organisation, so dass alle eine sehr beeindru unvergessliche Studienfahrt erleben konnten.

 

Billerbeck, im Mai 2018
Wolfgang Suwelack

Bericht aus der Dokumentationsschrift:

Schüler der Geschwister-Eichenwald-Schule auf Studienfahrt nach Krakau und Auschwitz

 

Vom 05.-09.04.18 sind wir – 51 Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Eichenwald-Schule- mit drei Lehrern und sechs Eltern nach Polen gefahren. Ziel der Studienfahrt unter der Leitung von Frau Schmauß und Frau Schulte-Vorwick war die Gedächtnisstätte Auschwitz-Birkenau, auf die wir uns nach dem Unterricht zum Nationalsozialismus noch eigens in zwei Seminaren vorbereitet haben. Finanziell wurden wir großzügig von der Suwelack-Siftung unterstützt, wodurch es so vielen Schülern möglich war, an der Fahrt teilzunehmen.

 

Am Donnerstagabend wurde der Doppeldeckerbus um 23:00 Uhr am Billerbecker Busbahnhof von zahlreichen Eltern verabschiedet. Auf der ca. 15-stündigen Fahrt nach Krakau, sahen wir den Film „Schindlers Liste“, der in Krakau zur Zeit der deutschen Besetzung spielt. Nach der Ankunft in Krakau machten wir Freitagnachmittag eine Stadtführung bei strahlendem Sonnenschein. Wir gingen den berühmten Königsweg bis zum Wavel und ließen den Tag mit einem polnischen Baguette ausklingen.

 

Samstags besichtigten wir verschiedene historische Orte, die wir aus dem Film „Schindlers Liste“ kannten. Wir durchliefen das ehemalige, jüdische Ghetto, in das 1941 alle jüdischen Bewohner Krakaus umziehen mussten, bis die Überlebenden 1943 in das Konzentrationslager Plaszow deportiert wurden. Bei der Besichtigung des Geländes des KZ Plaszow sahen wir auch die Villa des Lager-Kommandanten Amon Goth, des berüchtigten „Schlachter von Plaszow“. Anschließend besuchten wir eine Geschichtsausstellung in der ehemaligen Schindler-Fabrik. Nachmittags hatten wir freie Zeit und konnten beispielsweise noch einmal durch die Innenstadt spazieren gehen. Einige Schüler besuchten zusammen mit den Lehrern und Eltern das alte jüdische Viertel, wo sie bei traditioneller Klezmer-Musik noch gemütlich in einem Cafe sitzen konnten.

 

Am Sonntag fuhren wir dann zur Gedächtnisstätte Auschwitz-Birkenau, wo wir eine 6-stündige, sehr beeindruckende Führung erhielten. Dabei war es uns auch möglich, innezuhalten und Blumen und Gedenksteine für die ermordeten Opfer niederzulegen. Fast jeder von uns war nach dieser Führung sehr bedrückt und nachdenklich, deswegen redeten wir anschließend im Zentrum für Dialog und Gebet noch einmal ausführlich über unsere Eindrücke und Gefühle nach den Lagern.

 

Montagmorgen, nach einem gemeinsamen Frühstück, war es dann wieder so weit, wir fuhren wie nach Billerbeck. Unterwegs sahen wir noch einen Film zum Thema, den „Jungen im gestreiften Pyjama“. In Billerbeck angekommen, wurden alle von ihren Eltern um ca. 24 Uhr in Empfang genommen.

 

Wir haben viele Eindrücke mitgebracht – ein besonderer Moment war sicherlich, dass wir die Namen der Billerbecker Geschwister Rolf-Dieter und Eva Eichenwald und ihrer Mutter Ruth im „Buch der Namen“ fanden, in dem alle Opfer des Holocaust verzeichnet sind, mit ihren Namen und Geburts- und Sterbedaten.

 

Bericht von Hanna, Annika und Merle